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heute ist der 13.12.2018  letzte Änderung am 12.12.2018 

Aktuelles

Ist Valproinsäure gegen HIV wirksam?

CHAPEL HILL/NORTH CAROLINA. Ein seit langem in der Behandlung der Epilepsie eingesetztes Medikament könnte die Behandlung von HIV-Infektionen unterstützen. Im Lancet (2005; 366: 549-555) berichten US-Forscher in einer kleinen „proof-of-principle“-Studie, wie Valproinsäure ruhende HI-Viren zur Replikation aktiviert, sodass sie von den bekanten antiretroviralen Medikamenten erfasst werden können.

Alle derzeitigen HIV-Medikamente greifen auf der Stufe der Virusvermehrung, sie sind aber wirkungslos gegen die lange latente Phase, in der sich das Virus nicht vermehrt und die mit dafür verantwortlich ist, dass die derzeitigen Medikamente die Infektion nicht stoppen können. Die Ruhephase der HI-Viren ist in den letzten Jahren intensiv erforscht worden. Dabei stellte man fest, dass ein als Deacetylase 1 (HDAC1) bekanntes Enzym eine wichtige Rolle spielt. Dadurch kam Valproinsäure ins Spiel, denn das Anti-Epileptikum ist ein Inhibitor der HDAC. Es lag deshalb nahe, die Wirkung von Valproinsäure auf die Virusreplikation zu untersuchen.

Die Gruppe um David Margolis von der Universität von North Carolina in Chapell Hill hat diesen Versuch jetzt bei vier HIV-Infizierten durchgeführt. Um die Gesundheit der Patienten nicht zu gefährden, wurde die HAART-Behandlung, die die Patienten bereits erhalten hatten, intensiviert. Anschließend wurden die Patienten – zusätzlich zur HAART – zweimal täglich über drei Monate mit Valproinsäure behandelt. Darunter kam es bei drei der vier Patienten tatsächlich zu einer Reduktion der latenten HIV-Infektion um immerhin 75 Prozent.

Die Studie zeigt laut Margolis, dass das Auslöschen einer etablierten HIV-Infektion mittels eines Stufenansatzes möglich sein könnte, was aber zunächst in größeren Studien zu belegen wäre. Diese Studien fordert auch der Kommentator Jean-Pierre Routy von der McGill Universität in Montreal, Kanada (Lancet 2005; 366:523-524).

Abstract der Studie im Lancet

Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom 12. August 2005

Aktuelles
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