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heute ist der 16.12.2018  letzte Änderung am 12.12.2018 

Aktuelles

Neuer Ansatz im Kampf gegen den HI-Virus

HEIDELBERG. Einen neuen Ansatz für die Entwicklung von Medikamenten gegen den HI-Virus haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg entdeckt. Es gelang ihnen erstmals, mit einem Eiweißbruchstück (Peptid) den Zusammenbau der Proteinhülle von Virusteilchen zu verhindern, sowie die genaue Angriffsstelle dieses Peptids zu ermitteln.

Die Arbeiten unter Federführung von Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich, Direktor der Abteilung Virologie des Universitätsklinikums Heidelberg, wurden jetzt vorab online von der Fachzeitschrift „Nature Structural and Molecular Biology“ veröffentlicht.

„Der Angriff von Viren und ihre Vermehrung im menschlichen Körper läuft in verschiedenen Phasen ab, in denen das Virus unterschiedliche Werkzeuge benutzt – für Forscher potenzielle Angriffspunkte, um Medikamente gegen die Eindringlinge zu entwickeln“, so Kräusslich. Sein Team und er untersuchten einen bestimmten Schritt im Vermehrungszyklus von HIV, nämlich den Zusammenbau neuer Virusteilchen in infizierten Zellen. Nachdem der Eindringling sich innerhalb der Wirtszelle vermehrt hat, verlassen die noch unreifen Viruspartikel die Zelle. Sie besitzen eine Eiweißhülle, die aus dem so genannten Gag-Protein aufgebaut ist. Außerhalb ihrer Wirtszelle lösen die Viren diese Proteinhülle auf und bilden durch komplexe Umbauprozesse ihre reife und infektiöse Struktur. Nach dieser Reifung umhüllt ein veränderter Eiweißmantel, das so genannte Capsid, die Erbinformation und wichtige Eiweißstoffe des Virus.

„Mithilfe einer neuen Substanz konnten wir sowohl den Aufbau der unreifen Gag-Hülle als auch den des Capsids im Reagenzglas verhindern“, fasst Kräusslich die Ergebnisse zusammen. Das Peptid, der „capsid assembly inhibitor“ (CAI), bindet an eine bestimmte Struktur des Gag-Proteins und stört so die Bildung von unreifen und reifen Virusteilchen.

Ein weiterer Erfolg der Wissenschaftler und ihrer Kooperationspartner: Mittels Röntgenuntersuchungen konnten sie die dreidimensionale Struktur des Komplexes aus CAI-Peptid und Gag-Protein beschreiben und damit die Angriffsstelle der Peptid-Substanz an der Virushülle darstellen.

Leider können die Forscher die Substanz CAI nicht direkt als Medikament einsetzen, da sie von Zellen nicht aufgenommen wird. „Unsere Ergebnisse zeigen jedoch einen neuen Angriffspunkt gegen HIV. Sie bilden die Grundlage, um gezielt nach Wirkstoffen mit diesem Angriffspunkt zu suchen und so neue HIV-Medikamente zu entwickeln“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom 28. Juli 2005

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