Paul-Ehrlich-Gesellschaft | Impressum | Datenschutz | Kontakt
Mitgliederlogin:


heute ist der 13.12.2018  letzte Änderung am 12.12.2018 

Aktuelles

Antibiotikaverbot in der Tiermast verhindert Resistenzen bei Durchfallerregern

Canberra - Seit Anfang 2006 ist der Einsatz von Antibiotika als “Leistungsbeschleuniger” in der Tiermast in der Europäischen Union generell verboten. Nach einer Studie in Clinical Infectious Diseases (Ausgabe 15. Mai) könnte dieses Gesetz, wenn es denn eingehalten wird, zu einem Rückgang der Antibiotikaresistenzen beim Menschen führen.

Anders als in vielen anderen Industrieländern war es in Australien seit jeher verboten, Fluorochinolone wie Ciprofloxacin als Mastbeschleuniger einzusetzen. Dadurch sollte verhindert werden, dass der Verdauungstrakt der Tiere mit antibiotika-resistenten Keimen besiedelt wird und dass diese Erreger schließlich auch beim Menschen auftreten. Beweisen lässt sich der Zusammenhang nur schwer, doch die Daten, die Leanne Unicomb von OzFoodNet, einer in Canberra ansässigen regierungsnahen Forschungsinitiative, zusammengestellt hat, sind ein deutlicher Hinweis.

Die Forscherin untersuchte Isolate von 585 Personen, die infolge einer Infektion mit Campylobacter jejuni erkrankt waren. Keiner der Patienten war im Monat vor der Untersuchung mit Fluorochinolonen behandelt worden. Nach den jetzt vorgestellten Ergebnissen waren nur 2 Prozent der Campylobacter-Isolate resistent auf Ciprofloxacin. Diese Rate liegt nach Aussage von Unicomb deutlich niedriger als in den meisten anderen Industrieländern, wo bis zu 29 Prozent aller Campylobacter-Isolate resistent auf ein Fluorochinolon sind, noch bevor die Patienten mit diesem Antibiotikum behandelt wurden.

Nach Auskunft der Infectious Diseases Society of America (IDSA) ist Campylobacter jejuni in Industrieländern eine der häufigsten bakteriellen Ursachen für Nahrungsmittelvergiftungen. Antibiotikaresistenzen könnten die Behandlung der Patienten im Einzelfall deutlich erschweren und längere Durchfallerkrankungen bis hin zum Tod zur Folge haben. Ähnlich positive Erfahrungen wie Australien haben nach Auskunft der IDSA auch Norwegen und Schweden gemacht.

In Norwegen war der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast niemals erlaubt. Schweden verbot ihn bereits 1986. In den USA konnte die Nahrungsmittelindustrie ein Verbot durch die FDA im Jahr 2000 zunächst erfolgreich anfechten, sodass es erst im September 2005 in Kraft trat. Auch in Europa bedurfte es langjähriger Bemühungen, bis sich die EU zu einem Verbot durchringen konnte, das seit Anfang 2006 gilt.

Links zum Thema

Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 18. April 2006

Aktuelles
Maßnahmen zur Umsetzung der neuen Bedeutung von I veröffentlicht
Das NAK hat nunmehr Empfehlungen zur Vermittlung der Umsetzung der neuen Bedeutung von I veröffentlicht....
vom 07.12.2018

Professor Tobias Welte ist neuer Präsident der PEG
Im Rahmen der 26. Jahrestagung in Wien hat die Mitgliederversammlung der PEG am 5. Oktober 2018 einen neuen Vorstand gewählt.
vom 09.10.2018

Wolfgang-Stille-Preis für Forschergruppe der Charité
Der mit 10.000,- Euro dotierte Wolfgang-Stille-Preis (Wissenschaftspreis) der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) wird in diesem Jahr an eine Arbeitsgruppe der Charité Universitätsmedizin Berlin mit herausragenden Ergebnissen verliehen.
vom 14.09.2018

Antibiotika-Resistenzbestimmung
Das European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) hat die Kategorien S (bisher "sensibel") und I (bisher "intermediär") zur Bewertung der Ergebnisse von Resistenztestungen neu definiert.
vom 14.09.2018

Zum Tod von Georg Peters
Am 8. August 2018 ist Prof. Dr. med. Georg Peters plötzlich und unerwartet verstorben.
vom 17.08.2018

Die PEG trauert um Professor Georg Peters
Gestern erreichte uns die traurige Nachricht, dass Georg Peters bei einer Bergwanderung tödlich verunglückt ist...
vom 10.08.2018

Datenschutzerklärung
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise....
vom 18.07.2018

Nachricht aus dem Robert Koch-Institut
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung, Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV zu impfen....
vom 28.06.2018